von Dr.med. Karl Konrad Windstosser  

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Krebs-Kompendium

 

III. 

Therapeutischer Teil

DIE GANZHEITSMEDIZINISCHE BEHANDLUNG 
KREBSKRANKER UND KREBSGEFÄHRDETER

27.2 Die Dauerbrause nach LUST

Dieses Verfahren stellt eine Sonderform der Hyperthermiebehandlung dar. Seine komplexen Nebenwirkungen machen es sowohl für die Therapie Krebskranker als auch für deren Vor- und Nachsorge hervorragend geeignet. Erfahrungsgemäß werden außerdem viele andere chronische und therapieresistente Leiden, besonders des rheumatisch-arthritischen Formenkreises, aber auch der inneren Organe, damit erfolgreich behandelt. Wer die Wirkung der Dauerbrause an sich erlebt hat, wird der Begeisterung ihres Initiators beipflichten, wenn er schreibt: „Es gibt nichts, was in irgendeiner Weise mit dieser Art Behandlung verglichen werden kann“.

1918 erfuhr der in New York praktizierende Naturheilarzt und Kneippschüler Dr.LUST von einem erstaunlichen Heilungsvorgang. Ein junger Mann hatte beobachtet, daß sein Leistenbruch nach mehrstündiger intensiver warmer Brausebehandlung völlig verschwunden war. Über seine eigenen, durchweg positiven Erfahrungen schrieb LUST später das Buch „The Fountain of Youth or The biolgical Bloodwash“, das in deutscher Übersetzung durch SOMMER vorliegt. Der Untertitel „Bad der Blutwäsche“ ist gut gewählt, jedoch insofern irreführend, als in der biologischen Medizin unter „Blutwäsche“ heute die auf WEHRLI zurückzuführende Blut-Sauerstoffbehandlung verstanden wird.

LUST und seine Nachfolger beschreiben Anwendungen der Dauerbrause von 1 - 8 Stunden Dauer und individuell zusagender Temperatur. Es gibt kaum eine Hydrotherapie, die sich dem Empfinden und der Konstitution des Patienten so einfach und angenehm anpassen läßt, so genau dosierbar und vielseitig anwendbar ist wie die Dauerbrause. Man liegt dabei auf einer mit Schaumgummi oder Luftmatratze gepolsterten Bank, während aus einem an einer Schiene verschiebbaren Brausekopf aus mindestens 1,20 - 1,40 cm Höhe das Wasser eine Fläche des Körpers von 30 - 40 cm berieselt. Die Wassertemperatur liegt je nach Konstitution und Wärmeempfindlichkeit des Patienten zwischen 40 und 45˚, dicht unter dem Brausekppf gemessen. Auf der Körperoberfläche ist je nach Fallhöhe mit 1 - 2 ˚ weniger zu rechnen. Die Verschiebung des Brausekopfes nimmt der Patient mittels eines Schnur- oder Kettenzuges selbst vor, ebenso die Regulation der Wassertemperatur. Man beginnt im allgemeinen mit einer Stunde Dauer und mäßiger Wärme und kann dann beides je nach Verträglichkeit und Reaktion steigern. Partieweise verbleibt man mit der Brause mindestens 10 - 15 Minuten, an kranken Stellen entsprechend länger. In Rückenlage wird mit der Brause begonnen, nach ausreichender Berieselung folgt das Gleiche in Bauchlage. Auch die Herzgegend und der Kopf können unbedenklich mit einbezogen werden. Die stundenlange Dauerbrause wird selbst von Personen vertragen, die aus Gründen ihres Alters oder labilen Kreislaufes keine Vollbäder nehmen können. Selbstverständlich muß über eine Glocke jederzeit eine Hilfsperson erreichbar sein. Erfahrungsgemäß und in Anbetracht der Selbstbedienung des Badenden kommen Zwischenfälle jedoch praktisch nie vor. Insofern ist das Dauerbrauseverfahren auch wenig personal- und arbeitsaufwendig. Allerdings ist der Warmwasserverbrauch erheblich, doch kann dieser durch eine Wärmepumpe in Grenzen gehalten werden. Der Brauseraum muß gut temperiert, aber trotzdem ausreichend belüftet sein. Eine gewisse Waschküchenatmosphäre infolge der warmen Brause ist dennoch unvermeidbar, aber auch nicht unerwünscht.

Die therapeutische Wirkung der Dauerbrause ist eine vierfache:

  1. Eine durch kaum ein anderes Naturheilverfahren erzielbare psychische und physische Auflockerung und Entspannung. Die Ruhe, das Alleinsein, das von keinem Kleidungsstück behinderte Recken und Strecken auf weicher Unterlage und in feuchtwarmer Atmosphäre führt bei jedem Menschen zu einem Zustand der Sammlung und Verinnerlichung. Das gleichmäßige Rauschen der Brause wirkt einschläfernd, und tatsächlich kommt es bei mehrstündiger Einwirkung derselben nicht selten zu echtem Schlaf. All dies sind günstige Voraussetzungen zur Aufgeschlossenheit für autosuggestive Gedanken und Vorstellungen der Heilung und Gesundheit. Wer sich mit Yogapraktik oder Autogenem Training beschäftigt, findet unter der Dauerbrause besonders gute Bedingungen für solche geistigen Übungen.

  2. Die als zarte Vibrationsmassage wirkende Berieselung mit warmem Wasser bewirkt eine tiefe Auflockerung sämtlicher Gewebsschichten, eine damit verbundene verbesserte Durchblutung und Abschwemmung alter Ablagerungen sowie eine intensive Lymphdrainage, wie sie bei allen Geschwulstleiden prä- und postoperativ erwünscht ist und schicksalentscheidend sein kann.

  3. Es kommt nicht nur zur Durchwärmung der bebrausten Körperregion, sondern nach mehrfachem Wechsel der Stellen zu einer allgemeinen Hyperthermie mäßigen Grades. Je nach der Wärme des Brausestrahls und der Brausedauer kann die Körpertemperatur um 1 ½ - 2 ˚ rektal ansteigen. Durch eine sofort an das Bad angeschlossene lockere Ganzpackung, in der es meist zu einem kräftigen Schweißausbruch kommt, läßt sich die subfebrile Reaktion - falls erwünscht - auf 1 - 2 Stunden verlängern. Andernfalls kann man schon etwas früher die Prozedur mit einer lauwarmen Abwaschung oder kalten Brause beschließen.

  4. Diese physikalisch-therapeutischen Wirkungen der Dauerbrause sind schließlich noch verbunden mit dem sog. Sprüh- oder Wasserfall-Effekt. Dieser besteht darin, daß jede grobe oder feine Dispersion des Wassers mit einer elektrostatischen Veränderung der davon betroffenen Luft einhergeht. Dabei kommt es zu einer intensiven negativen Ionisation, die zu einem Ausgleich der in Erdnähe vorherrschenden positiven Luftionisation führt. Jeder kennt die gespannte, nervös- und krank machende Atmosphäre beim Ausbleiben dieses Aus-gleiches, etwa vor Gewittern, bei Föhn etc. Ebenso bekannt ist aber auch die wohltuende Wirkung eines Gewitters oder eines erlösenden Regens in solchen Fällen. Ähnliche, auch therapeutisch nutzbare Effekte beobachtet man beim Tau, bei Nebel und Dampf (Römisch-Irisches Bad), bei Gradierwerken und Wasserfällen (Bad Gastein). Selbst der sprudelnden Quelle kommt eine solche elektromagnetische Wirkung in höherem Maße zu als ruhig fließendem oder gar stehendem Gewässer. Jedenfalls trägt dieser vom Patienten stundenlang eingeatmete Effekt der Lufionisation einen nicht geringen Teil zur wohltuenden Wirkung der Dauerbrause bei.

 

Im Vergleich zu den beschriebenen, eigentlichen Überwärmungsbädern bietet die Dauerbrause eine ganze Reihe von Vorteilen: Sie ist technisch einfach, belastet den Organismus nicht, kann jeder Konstitution und Empfindlichkeit angepaßt werden, ist von komplexer therapeutischer Wirkung. Der Umstand, daß hierbei eine nur mäßige Hyperthermie erzielbar ist, wird durch die Möglichkeit der kurzfristigen, evtl. täglichen Wiederholbarkeit und durch die erwünschten Nebenwirkungen ausgeglichen.

Bedauerlich ist, daß es noch viel zu wenig Kliniken, Sanatorien und Kurheime gibt, die über Einrichtungen zur Dauerbrause-Behandlung verfügen, wenn man an die Millionen-Investierungen für medizinische Technologie denkt, die den Kranken von der Natur-Heilung immer weiter wegführt. Es wäre nicht nur therapeutisch, sondern auch wirtschaftlich im Sinne der Kostendämpfung durchaus empfehlenswert, entsprechende Anlagen in einer möglichst großen Zahl krebstherapeutisch oder nachsorgend tätiger Häuser einzurichten, Die bisher leider nur spärlichen, aber zu Optimismus berechtigenden, zumindest als additive Erfolge aufzufassenden Erfahrungen mit der Dauerbrause...

Kurz nach der Jahrhundertwende kam aus den USA das von LUST und Mitarbeitern entwickelte Verfahren der warmen Dauerbrause nach Europa. Es erhielt den populären Namen „Bad der Blutwäsche. Nicht damit zu verwechseln ist die gelegentlich auch als „Blutwäsche“ bezeichnete, von WEHRLI eingeführte Blut-Sauerstoffbehandlung. Die Dauerbrause wird in der Bundesrepublik noch heute von einer Reihe technisch dazu eingerichteter Sanatorien und Kliniken praktiziert. Eine Vermehrung deren Zahl und möglichst großzügige Kostenerstattung wäre wünschenswert, denn hier liegt ein ganz ausgezeichnetes, mildes, polyvalentes Überwärmungsverfahren vor. Es eignet sich im Rahmen der Ganzheitstherapie auch für Krebskranke und Krebsgefährdete, besonders in Verbindung mit vegetabiler Vollwertkost, die erfreulicherweise von den meisten der betreffenden Häuser angeboten wird.

 


   I. Einführung

 
0.1  Titel und Erläuterung
0.2 Redaktionelle Erklärung
0.3 Inhaltsverzeichnis
0.4 Leitgedanken
0.5  Widmung
PDF-Datei. Benötigt den Acrobat Reader 0.6  Literaturangaben  
 

  

II Allgemeiner und historischer Teil

 
PDF-Datei. Benötigt den Acrobat Reader 1.0  Die Situation des Krebsgeschehens um die Wende des 20. zum 21. Jahrhundert
2.0  Krebsmortalität in der BRD - Zahlen nach offiziellen Quellen
3.0  Das VIRCHOWsche Dogma der Zellularpathologie 
- Ein verhängnisvoller Irrtum der Lehrmedizin eines Jahrhunderts
4.0  Die Barrikade der lokalistisch festgefahrenen Onkologie ...
4.1 Oepen, I. (Hrsgb.) - „Unkonventionelle medizinische Verfahren. Diskussion aktueller Aspekte (1983)“
4.2 Oepen, I. (Hrsg.) „An den Grenzen der Schulmedizin“
4.3 „Außenseitermethoden in der Medizin“
4.4  Nagel, G.A., Schmähl, D., (Hrsgb.) - „Krebsmedikamente mit fraglicher Wirksamkeit“ (1984). 
Besprechungen K.H. Gebhardt und K.K. Windstosser
4.5 JUNGI, W.F., SENN, H.J. (Hsgb.)- Krebs und Alternativmedizin
4.6  Klassisches Beispiel systematischer Erkenntnisunterdrückung- Der FitzGerald-Bericht
5.0  Ist die ganzheitliche Krebsbehandlung "exakte Wissenschaft" oder "evidence based medicine“, das lehrmedizinische Postulat der „wissenschaftlichen Anerkennung" eine Fiktion?
5.1 Glanz und Elend der wissenschaftlichen Krebsforschung und ihre gefährliche Allianz mit den Pharmagiganten
5.2 Frühe Erkenntnisse und ihre unbeirrbaren Bekenner
5.3 Lehrmedizinische Erkenntnisse und Bekenntnisse
5.4  Der von WERNER ZABEL veranstaltete und moderierte "Berchtesgadener Kurs" 1952 – ein Paukenschlag ohne Nachhall
PDF-Datei. Benötigt den Acrobat Reader 5.5  JOSEF MARIA LEONHARD ISSELS, Protagonist der pluralistisch-komplementären Krebstherapie von heute, Initiator der komplementären Ganzheitstherapie Krebskranker von heute – Der gegen ihn inszenierte Jahrhundertprozeß- Das ZABELsche Gutachten und der SMITHERS-Report
5.6 Dr. med. Josef Issels- WIE IST DIE LOKALPATHOLOGISCHE EINSEITIGKEIT DER HERRSCHENDEN AUFFASSUNG DES KREBSPROBLEMS ZU ÜBERWINDEN ?
5.7  Ernst Krokowski - "Verändertes Konzept der Krebsbehandlung“
5.8 Ganzheitsschau versus Partikularismus - Der Paradigmenwandel
5.9  Kooperation oder Konfrontation? - Dämmernde Einsicht oder Taktik? Die KLINIK FÜR TUMORBIOLOGIE in Freiburg - ihr Gründer und wissenschaftlicher Leiter G.A.NAGEL
PDF-Datei. Benötigt den Acrobat Reader 6.0 Chemotherapie aus ganzheitsmedizinischer Sicht
PDF-Datei. Benötigt den Acrobat Reader 6.1 Hoffmann, J.: Chemotherapie aus anthroposophischer Sicht 
6.2  HOFFMANN, J.- Chemotherapie – Ja oder Nein?
7.0  Die Krebs-Nachsorge, -Nachkur, -Rehabilitation
8.0  Patienten-Beratungsstellen – Selbsthilfegruppen
 

 

III. Therapeutischer Teil

 
9.0  Aufklärung - Aufklärungsrecht - Aufklärungspflicht
10.0  Psycho-Onkologie
10.1 Wilhelm Reich
10.2 Ryke Geerd Hamer
11.0  Der Tageslauf
11.1  Die Körperbewegung
11.2  Der Abend und der Schlaf
11.3 Der Schlaf
12.0 Die Haut und ihre Pflege - Die Haut als Immunfaktor
12.1 Die Schleimhaut und die Zahnpflege
12.2 Die Kleidung, unsere zweite Haut
13.0 Das Haus und die Wohnung - Die Wohnschäden - Der Elektrosmog
13.1  Das elektrische Gleichfeld
13.2 Krank durch geopathische Zonen - Das Standortproblem - Die WünschelruteDer geopathische Faktor
13.3  Atmosphäre und Ionosphäre
13.4  Die Ionosphäre und die Reaktionstypen
14.0 Das Mesenchym - Mesenchymale Immunität - Mesenchymale Therapie
PDF-Datei. Benötigt den Acrobat Reader 15.0  Organotherapie - Die zytoplasmatische Organotherapie - Die Therapie mit Zellbestandteilen
15.1 Homöopathisch zubereitete Organpräparate
16.0  16.0 Das Herd- und Störfeldgeschen als pathogene, karzinogene und therapieblockierender Faktor
PDF-Datei. Benötigt den Acrobat Reader 16.1 Das Zahnstörfeld
17.0  Die obligate Vollwertkost in ihrer prophylaktischen und therapeutischen Bedeutung.
17.1 Die Getränke
17.2  Die Ernährungsgrundregeln
17.3 Eiweiß-Gehalt der Nahrungsmittel
18.0 Zur Bedeutung der orthomolekularen Therapie
18.1  Onkologisch essentielle Vitamine
PDF-Datei. Benötigt den Acrobat Reader 18.2  Vitamin-Tabelle in alphabetischer Reihenfolge
18.3 Die für den Krebskranken wichtigen Elektrolyte und Metalle
19.0 Die Zellatmung als Lebensvorgang - ihre Wandlung zur anaeroben Gärung als Initialstadium der Krebsgenese
19.1  Der medizinische Sauerstoff - Kleine und große Blutsauerstoffbehandlung nach WEHRLI (HOT, Photobiologische Eigenbluttherapie) Zellatmungs-Katalysatoren
20.0 Homöopathie, ein ganzheitlicher Regulationsfaktor
21.0  Die Anthroposophie - ein-Weg zur Weiterentwicklung und Vergeistigung der Heilkunde. Die im anthroposophischen Sinne entwickelten Heilmittel
PDF-Datei. Benötigt den Acrobat Reader 22.0 Die Mistel als Krebstherapeutikum
23.0  Immunrelevante Antigene und Nosoden
24.0  Eigenblutbehandlung
25.0  Die Molekulartherapie nach William Frederick Koch
26.0  Der Wärmeorganismus als Gesundheits- und Immunfaktor
26.1 Die Hyperthermie
26.2  Hyperthermie und Hyperpyrese in der onkologischen Alltagspraxis
26.3 FIEBER UND ÜBERWÄRMUNG - HÖHEPUNKTE DER KÖRPEREIGENEN HEILKRAFT
26.4  Die KMT nach VON ARDENNE und ihre Modifikation für den Praktiker
27.0 Andere Geräteverfahren
27.1 Die Eichotherm-Bestrahlung
27.2  Die Dauerbrause nach LUST
27.3 Die Magnetfeld-Therapie
27.4  Gleichstrom-Durchflutung mit Galvanotherapie und TENS
28.0  FIBRINOLYTIKA, ANTIKOAGULAINTIEN, AGGREGATIONSHEMMER
28.1  Enzymtherapie als adjuvante Krebstherapie
29.0  Konzept einer ambulanten und klinischen Krebshilfe ganzheitlicher Art
30.0  Die prinzipiell zu fordernden internen Maßnahmen der Sanierung des Krebskranken
 

 


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