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Vitamine

Redaktionelle Vorbemerkung:

Die Angaben in diesem Dokument basieren auf der Erfahrung Dr. Windstoßers und dem Stand von ca. 1985. Aus historischen Gründen habe ich sie in dieses Museum mit aufgenommen. Selbstverständlich kann für keine Gewähr für eine heutige Gültigkeit übernommen werden

Juli 2002. Dr. K. Braun-von Gladiß

 

Sie sind als natürliche Komplexe in jeder naturbelassenen integralen Vollwertkost enthalten.

Vitamin A wirkt nicht nur im Sinne der lehrbuchmäßigen Retinol-Effektes, sondern - uns hier besonders interessierend - durch Freisetzung lysosomaler Enzyme karzinolytisch. Dazu sind als Emulsion oral gegebene Megadoren erforderlich. Empfehlenswerte Präparate: A-Mulsin forte, A-Mulsin Hochkonzentrat der Mucos-GmbH. Ansteigende Dosierung unter Kontrolle ist wegen der möglichen, bedingt erwünschten Intoxikationserscheinungen unerläßlich. Spezielle Wirkungsdomäne sind die epithelialen Malignome der-Haut und Schleimhaut.

Unter dem Vitamin B-Komplex haben wir schlechthin die Warburgschen Atmungskatalysatoren zu verstehen. Dies gilt besonders für B 1 (Thiamin) und B2 (Laktoflavin). Diesbezügliche Praparate: Benerva (300 mg) und Beflavip (10 mg), beide von Roche, oral und parenteral.

Bei Vitamin B 12 ist Vorsicht geboten. Es wirkt aktivierend auf die Zelltelilung, verstärkt die Wirkung bestimmter Karzinogene und wird deshalb von verschiedenen Autoren beim Krebskranken abgelehnt (Day, Bartsch, u.a.). Unter Eubiose entsteht ausreichend B 12 durch die normale Darmflora. Propaganda für Fleisch und Leber in der Krankenkost ist gänzlich unbegründet. Bei der megaloblastischen hyperchromen Anämie genügt neben der Symbioselenkung die Zufuhr relativ geringer Mengen von B 12 oral oder parenteral (pro Woche 500 - 1000 μg).

B 12 nicht enthaltende Vitamin B-Kombinationspräparate sind folgende:

Polyvital Bayropharm (B1, B2, B6, Nikotinamid, Pantothenat) oral, Vibolex forte Chephasaar (gleiche Zusammensetzung, Bestandteile etwas höher dosiert) oral und parenteral,

Benexol Roche (nur B 1 und B 6 enthaltend, jedoch je 250 mg) oral.

Vitamin B 15 = Pangam- bzw. Pangaminsäure, ist an der Sauerstoffutilisation und Transmethylierung im Zellstoffwechsel beteiligt, senkt den Cholesterinspiegel, stimuliert die Hypophyse, die Kortison- und Kreatininsynthese. Natürliches Vorkommen in Kleie und Hefe. Empfehlenswertes Präparat: Vitamin B 15 Kattwiga, Nordhorn, oral und parenteral. Enthält zusätzlich B l.

Vitamin B 17, Synonyma Amygdalin, Nitrilosid, Beta-Glukosidase, aus bitteren Mandeln und Obstkernen gewonnen. Sein intrazellulär entstehendes Endprodukt Thiocyanat wirkt selektiv toxisch auf die Krebszelle. Angebliche, vereinzelt beobachtete subtoxische Nebenwirkungen, mehr jedoch noch akademische Einwände führten zu wiederholter Polemik gegen die Verwendung von B 17 als Karzinostatikum. Dafür fehlt ebenso jede echte Begründung wie für das Verbot von Aristolochia. In den USA behandeln viele Ärzte mit "Laetril" und die dort erschienene Literatur ist beachtenswert.

Während der kritischen Phase eines Geschwulstleidens ist eine höhere Dosierung empfehlenswert als im stationären Stadium, außer der oralen Gabe also evtl. der Einatz injizierbarer Amygdalin-Präparate, die nur unter Schwierigkeiten aus der Schweiz oder aus Holland zu beschaffen sind. Im allgemeinen genügt folgende Bittermandel-Zubereitung:

Rp. Amygdal.amar. pulv.recenter parat. 165,0

Lieferant für bittere Mandeln, Fa.Zieler, Hamburg.

Aerosil 25,0

Sacch.lactis ad 250,0

DS. Täglich früh und abends 1 Teelöffel in Müsli, Brei oder Suppe.

Bis zu 10 g bittere Mandeln besteht beim Erwachsenen keinerlei Vergiftungsgefahr. Da die Zubereitung süß schmeckt und an Marzipan erinnert, darf sie Kindern nicht zugänglich sein. 100 g Amygdal.amar. enthalten (je nach Ernte variabel) 0,8 - 1,6 g Amygdalin = 0,05-0,1 g Blausäure (HCN). Mit 2 Teelöffeln Bittermandel-Zubereitung = 5 g werden demnach täglich 0,005 - 0,02 g Amygdalin = 0,3 - 0,6 mg HCN zugeführt. Selbst die doppelte Menge würde noch keine Vergiftungserscheinungen auslösen.

Vitamin C = Ascorbinsäure ist ebenso wie der B-Komplex in der Wohlstandsernährung ganz unzureichend enthalten. Oral gegeben, bleibt es infolge oxidativer Zerstörung durch die meist dysbiotische Darmflora häufig unwirksam. Es wird deshalb besser in kurzen Abständen und hohen Dosen iv. gespritzt, evtl. gleichzeitig mit anderen injektablen Medikamenten. Linus Pauling empfielt eine tägliche Mindestmenge von 10 - 20 g täglich oral, die sich jedoch nur in größeren Flüssigkeitsmengen bewältigen läßt (Eau-de-Volvic oder Saft). Derart dosiert, kann die Ascorbinsäure bei bestimmten Tumoren eine zytostatische Wirkung haben. Die mit den üblichen Präparaten zugeführten Tagesmengen (Cebion, Cedoxon usw.) sind für einen solchen Effekt zu gering.

Ein injizierbares Ascorbinsäurepräparat mit 7,5 g in 50 ml, 15 g in 100 ml isotonischer Lösung liefert auf Anforderung Fa.Pascoe, Gießen. Eine für den Patienten angenehmere Weiterentwicklung ist das Oxygen-Adjuvans = Dehydro-Ascorbinsäure (g-DHASC), das in 2 ml das wirksame Prinzip von etwa 10 g Ascorbinsäure enthält. I.v. oder s.c. anwendbar. Zu beziehen (direkt oder indirekt) über Engel-Apotheke, Marktplatz, Gießen. Man wende sich an diese auch wegen Literatur.

Vitamin D benötigen Karzinompatienten zur Unterstützung der Rekalzifikation metastatischer Knochendestruktionen, gleichzeitig mit den an anderer Stelle empfohlenen organischen Kalkpräparaten. Empfehlenswerte Vitamin D-Zubereitungen gibt es mehrere, doch wird neuerdings von dem Steroidforscher R.E.Klemke dem Vitamin D in der Tumortherapie gegenüber dem üblichen D 3 ein besonderer Stellenwert eingeräumt. Es soll mit seiner Strukturformel dem von Klemke vermuteten idealen Krebstherapeutikum Tumosteron sehr nahestehen, das wieder eine enge Verwandtschaft zu Interferon haben soll. D 3 = Ergosterin kommt vorwiegend in den Pflanzen (via Algen auch im Lebertran), D 2 = Calciferol vorwiegend im animalischen Organismus vor. Ein reines D 2 Präparat ist Savitol der Firma Medipharma (tg,1. 2 x 15 Tr.).

Von Vitamin K machen wir in Form der Präparate Konakion Roche oder Styptobion Merck Gebrauch, beide oral und parenteral, sobald es die bei Geschwulstkranken - besonders nach Bestrahlung oder Chemotherapie - recht häufige Blutungsneigung zu beherrschen gilt. Dieses Vitamin wird, ähnlich wie B 12 von einer intakten, eubiotischen Darmflora gebildet.

 


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